Wer landet am besten?

Neumünster | Eine punktgenaue Landung mit einem Flugzeug zu schaffen, darauf kam es am Sonnabend auf dem Neumünsteraner Flugplatz an. Melanie Grote und Jörg Vanhöf richteten zum zweiten Mal den Hans-Grade-Ziellandewettbewerb aus.

„Wir hatten eigentlich einen anderen Termin vorgesehen, der nicht geklappt hatte. Um den Wettbewerb nicht gänzlich ausfallen zu lassen, haben wir uns ganz spontan entschieden, am Sonnabend hier zu starten“, erzählte Grote. Weil es so kurzfristig war, hatten nur acht Piloten spontan zugesagt. Der Wettbewerb fand ansonsten nach bekannten Bedingungen und Regeln statt: Die Landebahn war auf einer Länge von 50 Metern in fünf Felder unterteilt. Der Pilot, der mit dem Hauptfahrwerk seines Flugzeugs in den ersten drei Metern des markierten Bereichs aufsetzte, erzielte 100 Punkte. Im zweiten Bereich (sieben Meter lang) gab es 50 Punkte, im dritten und vierten Bereich (je zehn Meter lang) erzielten die Piloten noch 30 und 20 Punkte und im letzten 20 Meter langen Feld gab es noch zehn Punkte. Eine zu frühe oder zu späte Landung wurde mit je 50 Minuspunkten abgewertet. Jeder Pilot musste vor jeder Landung zunächst eine Platzrunde fliegen.

„Heute ist sehr gutes Wetter. Allerdings muss man damit rechnen, dass sich die Landebahn aufheizt. Dann entsteht eine Thermik, die das Flugzeug bei der Landung noch mal anheben kann. Wenn man das nicht einplant, kann es einem eine sonst punktgenaue Landung und damit wertvolle Punkte schnell zunichte machen“, erklärte Dörte Schmidt, die an der Landebahn die Punkte notierte.

Auch für Zuschauer war es ein tolles Erlebnis. Thomas Hebbig aus der Innenstadt durfte sich mit seinem Sohn Maximilian (7) zu den Wertungsrichtern an die Landebahn setzen und die Starts und Landungen aus nächster Nähe miterleben. „Mein Sohn ist ein totaler Auto- und Flugzeugnarr. Das ist eine tolle Sache für ihn“, sagte Hebbig.

Während der Sieger im vergangenen Jahr erst nach einem spannenden Stechen als Gewinner feststand, war es diesmal ganz deutlich. Oliver Wolff gewann den Hans-Grade-Wanderpokal. Auf Platz zwei landete Hans-Günter Nissen, auf Platz drei Morten Schmidt. Der Titelverteidiger war nicht angetreten. Für alle Teilnehmer und Freunde gab es am Ende noch leckeres Spanferkel auf die Teller.

Hans Grade war übrigens der Konstrukteur, Erbauer und Pilot des ersten deutschen Motorflugzeugs.

von Benjamin Steinhausen
erstellt am 28.Jul.2014 | 05:45 Uhr SHZ Holsteinischer Courier

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